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Smart Meter und moderne Messeinrichtungen

Alle Haushalte werden zukünftig mit neuen digitalen Zählern (moderne Messeinrichtung) ausgestattet. Darüber hinaus müssen bestimmte Haushalte verpflichtend mit sogenannten Smart Metern ausgestattet werden. Was das genau ist und wer davon betroffen ist, klären wir in diesem Artikel.

Zählerstände auf dem Smartphone sehen
Alle Haushalte erhalten in den kommenden Jahren digitale Zähler. Für bestimmte Haushalte ist jedoch ein "Smart Meter" verpflichtend!

Inhaltsverzeichnis:


Was sind moderne Messeinrichtungen?

Als moderne Messeinrichtung werden digitale Zähler bezeichnet, die zum Beispiel die Verbrauchswerte von Strom, Erdgas, Fernwärme oder Wasser genau erfassen. In der Regel wird darunter ein neuer digitaler Strommesser verstanden.

So ein digitaler Zähler wird zusammen mit einem Kommunikationsmodul, einem sogenannten Gateway, zu einem Smart Meter (Intelligentes Messsystem). Dieses ermöglicht das Senden und Empfangen von Daten.


Wer bekommt eine moderne Messeinrichtung?

In den kommenden Jahren (bis spätestens 2032) bekommen alle Haushalte eine moderne Messeinrichtung - also einen digitalen Zähler, der die alten analogen "Ferraris"-Zähler ersetzt. Der flächendeckende Einbau solcher digitaler Zähler ist bereits in vollem Gange.

Anders sieht es bei den "Smart Meter" aus. Laut Messstellenbetriebsgesetz ist seit dem 31. Januar 2020 der Einbau von Smart Meter für alle Haushalte mit Strom-Verbrauchswerten von mehr als 6.000 Kilowattstunden pro Jahr und für Betreiber von Strom erzeugenden Anlagen von mehr als sieben kW verpflichtend.

Praktisch sieht es aktuell jedoch noch so aus, dass diese Gesetze erst umgesetzt werden können, wenn die auf dem Markt verfügbaren Geräte bestimmte technische Bedingungen erfüllen und vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifiziert wurden. Außerdem muss es mindestens drei voneinander unabhängige Anbieter solcher Geräte geben, die alle sicherheitstechnischen Anforderungen erfüllen. Dies ist bislang noch nicht so - wird aber wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen. Dies ist auch die Erklärung, warum Haushalte mit Verbrauchswerten von 10.000 - 20.000 kWh/a auch noch keine Smart Meter haben, obwohl für diese bereits seit 2017 eine Smart Meter-Pflicht besteht.


Was kann eine moderne Messeinrichtung bzw. ein Smart Meter?

Generell profitieren wir alle von einer erfolgreichen Energiewende, bei der wir vermehrt Energie aus erneuerbaren Energiequellen beziehen. Da aber Windräder und die Sonne nicht immer gleich viel Energie liefern hilft eine Digitalisierung in diesem Bereich, sodass Strom gleichmäßiger und damit effizienter genutzt werden kann. Bei digitalen Zählern (modernen Messeinrichtungen) als auch bei den Smart Meter (intelligente Messsysteme) können Sie, je nach Gerätemodell, aber auch von weiteren Vorteilen profitieren.

Transparenter Stromverbrauch

Sie können, je nach Gerät, nicht nur Ihren aktuellen Zählerstand erkennen, sondern erhalten auch In­for­mationen über Ihren aktuellen Strom­verbrauch inklusive Nutzungszeit. Sie können auf historische Zähler­stände schauen, diese auswerten und erhalten so gute Infor­mationen über Ihr Nutzer­verhalten und wie Sie dieses optimieren können.

Bequeme Übermittlung

Wenn Ihre Daten automatisch an den Mess­stellen­betreiber übermittelt werden, dann brauchen Sie selber nicht mehr die Zähler ablesen und die Daten übermitteln, wenn Sie den Zählerableser mal verpasst haben. Zukünftig kommt auch nie wieder ein Zähler­ableser bei Ihnen vorbei. Zudem sind die Werte genauer, sodass keine Nach­zahlungen oder Abschlags­zahlungen mehr nötig sind.

Einer für alles

Abhängig von Ihrem Messstellenbetreiber wird es bei Nutzung von Smart Meter zukünftig möglich sein, die Verbrauchswerte für Strom, Wasser, Erdgas und Fernwärme digital zu übertragen. Damit profitieren Sie direkt von viel weniger Verwaltungsaufwand und zahlen immer nur die Ressourcen, die Sie bis dahin wirklich verbraucht haben.

Per App

Es ist sehr wahrscheinlich, dass von den Messstellenbetreibern auch Apps mit Zugangsdaten bereitgestellt werden, mit denen Sie Ihre Verbrauchswerte direkt auf Ihr Smartphone erhalten können. Damit können Sie Stromfressern auf die Spur kommen, Statistiken vergleichen und anhand dieser Zusatzinformationen Ihre Verbräuche minimieren.

Generell geht man derzeit davon aus, dass ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt (ca. 3.5000 kWh/a) in einem Einfamilienhaus durch die Nutzung von Smart Meter im Schnitt ca. 60 - 150 Euro im Jahr einsparen kann.


Was kostet eine moderne Messeinrichtung bzw. ein Smart Meter?

Vorab schon einmal: Ja, es kommen zusätzliche Kosten durch die neuen modernen Messeinrichtungen auf Sie zu. Aktuell bezahlen Sie für Ihren jetzigen (analogen) Stromzähler auch im Schnitt 8 Euro jährlich (im Grundpreis enthalten). Nun die gute Nachricht: Es ist gesetzlich geregelt, dass die neuen digitalen Stromzähler (moderne Messeinrichtung) nicht mehr als 20 Euro pro Jahr kosten dürfen. Anders sieht es jedoch bei Smart Meter-Geräten aus.

Wenn Sie per Gesetz dazu verpflichtet sind, eines zu bekommen, kosten Smart Meter-Geräte 60 bis 130 Euro pro Jahr - abhängig von Ihrem Stromverbrauch. Wenn Sie sich jedoch freiwillig für ein solches Gerät entscheiden, also ohne, dass Sie gesetzlich dazu verpflichtet sind, dann kann es etwas teurer werden. Ebenso kann das der Fall sein, wenn Sie sich dafür entscheiden, für den Einbau einen freien Messstellenbetreiber zu beauftragen, da dieser nicht an die Preisobergrenzen gebunden ist.

Tipp: Es ist möglich, dass Ihr Messstellenbetreiber Ihnen zukünftig eine eigene Rechnung für die Betriebskosten des neuen Zählers schickt, weil dies mit Ihrem Stromlieferanten abgesprochen wurde. Sie sollten also bei einem zukünftigen Wechsel Ihres Stromanbieters immer darauf achten, ob die Kosten für Ihren Energiemesser bereits enthalten sind oder nicht - nur so können Sie die Tarife richtig vergleichen.

Schaubild: Einbaupflicht und Preisobergrenzen für moderne Messeinrichtungen und Smart Meter

Im folgenden Schaubild sehen Sie unterteilt nach Jahren, in welchem Zeitraum die Umrüstungen auf die neuen Messeinrichtungen erfolgen werden und wer ab wann davon betroffen ist. Zudem können Sie sehen, welche jährlichen Kosten damit verbunden sind.

Einbaupflicht für Smart Meter und Moderne Messeinrichtung nach Jahren inklusive Preisobergrenze

Smart Meter und Smart Home

Gerade in Verbindung mit einem Smart Home-System bringen Smart Meter zusätzliche Vorteile, denn Smart Meter können ja nicht nur Daten übermitteln, sondern auch empfangen. Sie können also von zukünftigen Stromtarifen profitieren, bei denen Sie direkt den Strom dann nutzen können, wenn er am günstigsten ist. Wenn Sie also über Ihr Smart Meter die Information eines günstigen Strompreises erhalten, dann können Sie über Ihr Smart Home dafür sorgen, dass automatisch die Waschmaschine angeschaltet und Ihr Elektroauto geladen wird. Solche flexiblen lastvariablen Stromtarife wird es zukünftig vermehrt geben, da Windkrafträder und Photovoltaikanlagen ja zu bestimmten Zeiten mehr Energie in das Stromnetz einspeisen können, als zu anderen Zeiten.

Über ähnliche Vorteile können Sie verfügen, wenn Sie Besitzer einer Photovoltaikanlage sind. Sobald Ihr intelligenter Zähler dem Smart Home-System mitteilt, dass gerade viel Strom erzeugt wird, können Sie Szenen festlegen, die bestimmte Geräte startet. Wenn Sie solche Programme zukünftig aktivieren wollen, sollten Sie vorher jedoch mit Ihrem Messstellenbetreiber reden, da nicht alle Smart Meter dafür geeignet sind.


Wie sicher sind Smart Meter und moderne Messeinrichtungen?

Sicherheit und Genauigkeit wird bei intelligenten Messsystemen großgeschrieben. Zuständig dafür ist das Bundesamt für Sicher­heit in der Informations­technik (BSI). Aufgrund der hohen Vorgaben und den nötigen Zertifizierungen hat sich ja die flächendeckende Verbreitung von Smart Meter verzögert.

Es ist bereits strikt geregelt welche Daten aus welchem Grund und zu welchem Zweck irgendwo hinfließen. Natürlich werden Daten vom Messstellenbetreiber an Netzbetreiber und Energieunternehmen gesendet. Zusätzlich gibt es auch noch andere festgelegte Stellen, die zum Beispiel im Erneuerbare-Energien-Gesetz stehen. Außerdem können diese Daten an weitere Stellen gegeben werden, sofern Sie als Nutzer dazu einwilligen.

Wenn Sie Zugang zu einer App erhalten, bei denen Sie Ihre eigenen Verbrauchswerte ablesen können, dann können Sie dafür Zugangsdaten vergeben. Hier sollten Sie stets ein sicheres Passwort wählen und dieses Passwort auch sicher aufbewahren, damit Ihre Daten geschützt sind.

Zählerschrank

Tipps auf einen Blick:

  • Das Sparpotenzial für Smart-Meter im Erdgasbereich ist meistens höher als bei Strom. Wenn Sie Erdgas nutzen, sollten Sie abwägen, ob sich nicht so etwas für Sie rechnet.
  • Wenn Sie intelligente Geräte wie z.B. eine Ladestation für Ihr Elektroauto oder ein Smart Home-System besitzen, dann sollten Sie vorab prüfen, ob diese zu Ihrem neuen Smart Meter kompatibel sind. Nicht alle Geräte verfügen über alle Schnittstellen.
  • Wenn Sie Mieter einer Wohnung oder eines Hauses sind, dann können Sie noch bis Ende des Jahres 2020 entscheiden, ob Sie ein Smart Meter für die Abrechnung von Strom wollen. Ab dem Jahr 2021 entscheidet dann der Vermieter des Objekts darüber.
  • Wenn Sie Geräte mit großen Strom-Verbrauchszahlen Ihr Eigen nennen (Wärmepumpe, Stromspeicher, Elektrofahrzeuge), dann sollten Sie sich unbedingt erkundigen, ob es für Sie flexible Stromtarife gibt, mit denen Sie Geld sparen können

Produktinformationen der Markenhersteller

Beispiele, Trends und Lösungen aus diesem Bereich finden Sie hier.

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